Die Tideelbe – ein bedrohter Lebensraum

Die Mündung der Elbe in die Nordsee ist Deutschlands längstes und größtes Ästuar. Neben vielen Industrie- und Hafenanlagen wird der Elbunterlauf immer noch durch vereinzelte Vorländer, Flussinseln und wertvolle Überreste ursprünglicher Tideauwälder geprägt. Schon allein aufgrund der Flächengröße hat die Elbe deshalb einen hohen Wert, wenn es um den Schutz des Lebensraums Ästuar geht.

 

Hafenvertiefung gefährdet das ökologische Gleichgewicht

Leider jedoch ist zu befürchten, dass die durch Eindeichungen und Vertiefungen verbliebenen Belastungen nun noch einmal wesentlich vergrößert werden: Damit moderne Containerschiffe jederzeit voll beladen den Hamburger Hafen ansteuern können, sollen Unter- und Außenelbe einmal mehr vertieft werden.

Das aber würde das jetzt schon starke Ungleichgewicht zwischen Auf- und Abstrom weiter verstärken. Schon nach der letzten Vertiefung war die Reaktion der Natur, die auf Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts gerichtet ist, durch erhöhten Sedimenttransport erkennbar. Drastische ökologische Belastungen und stark gestiegener Baggerungsaufwand waren die Folgen.

Obwohl in der Tideelbe noch viele naturnahe Ecken zu finden sind, ist das Ökosystem insgesamt in schlechtem Zustand. Durch großflächige Eindeichungen in der Vergangenheit nimmt die Flussaue heute weniger als zehn Prozent des ursprünglichen Überschwemmungsgebiets ein.

Nach diversen Vertiefungen in den letzten 150 Jahren ist die charakteristische Vielfalt an flusstypischen Lebensräumen stark zurückgegangen. Auf der Roten Liste der gefährdeten Lebensräume in Deutschland stehen sie alle, zum Teil sind sie gar vom Aussterben bedroht.

 

Norddeutsche Häfen sollten kooperieren

Eine weitere Vertiefung der Tideelbe für die Containerschifffahrt birgt die Gefahr, dass das durch hohe Vorbelastungen empfindliche Ökosystem irreversibel geschädigt wird. Die Erfahrungen mit dem Ems-Ästuar haben gezeigt: Wenn Strömungsverhältnisse und Wasserstände durch Ausbaumaßnahmen stark verändert wurden, kann eine einzige weitere Vertiefung das Ökosystem zum Umkippen bringen.

Dabei liegen Alternativen auf der Hand. Mit dem JadeWeserPort wird Deutschland einen Hafen bekommen, der auch von den ganz großen Containerschiffen angefahren werden kann. Was also läge näher als eine norddeutsche Hafenkooperation, die die Vertiefung der Tideelbe überflüssig macht?

Aktionsgemeinschaft
Lebendige Tideelbe

c/o BUND, NABU und WWF

Die Tideelbe - ein bedrohter Lebensraum
Unser Flyer als PDF zum Download
Tideelbe.pdf
Adobe Acrobat Dokument [1.2 MB]
Download