Ökosysteme im Stress

Der Schierlings-Wasserfenchel ist vom Aussterben bedroht. Denn weltweit kommt die 1,5 Meter hohe Pflanze nur noch an den tidebeeinflussten Schlickufern zwischen Hamburg und Glückstadt vor. Laut FHH-Richtlinie der EU gilt der Schierlings-Wasserfenchel als „prioritär“. Das heißt: Seine Lebensräume müssen unbedingt erhalten werden. Diese Verpflichtung Deutschlands beschränkt sich derzeit auf nur acht Arten. Doch was passiert? Der Lebensraum des einzigartigen Doldenblütlers wird immer weiter eingeschränkt.

Gefahr für das Wattenmeer
Flussvertiefungen vernichten Lebensraum – das ist Fakt: Vertiefungen führen auch zur Niedrigwasserabsenkung und Hochwassererhöhung. Besonders das Sinken der Niedrigwasserstände hat schwere Folgen: Bei Ebbe fallen Seitenräume trocken, sauerstoffreiche Flachwasserlebensräume veröden, wertvolle Brut-, Aufwuchs- und Ruheplätze für Fische gehen verloren.
Was oft vergessen wird: Die Schädigung der Lebensräume in der Tideelbe wirkt sich auch negativ auf die Lebensgemeinschaft Wattenmeer aus. Viele ihrer charakteristischen Arten verbringen nämlich einen Teil ihres Lebens in der Elbe.

Tideauwälder in Not, Bauern und Fischer in Sorge
Und noch ein Problem: In der vertieften Fahrrinne gelangt Salzwasser weiter in den Fluss hinein. Die Brackwasserzone vergrößert sich und verlagert sich stromaufwärts. Salzwasser dringt so in ehemalige Süßwasserlebensräume vor – zum Beispiel in die seltenen und stark gefährdeten Tideauwälder, die dadurch zusammenbrechen.
Auch Obstbauern im Alten Land fürchten durch die Verlagerungung der Brackwasserzone um ihre Süßwasserreservoirs. Sie lehnen sich seit langem gegen eine weitere Elbvertiefung auf, ebenso wie viele Elbfischer, die ihre Fanggründe bedroht sehen.

Aktionsgemeinschaft
Lebendige Tideelbe

c/o BUND, NABU und WWF

Die Tideelbe - ein bedrohter Lebensraum
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