Kahlschlag am Elbgrund

Seit dem 19. Jahrhundert greift der Mensch massiv in das Ökosystem Tideelbe ein: Der Fluss wurde begradigt und eingedeicht, die Schifffahrtsrinne verbreitert und vertieft. Aus drei bis vier Meter Tiefe (Seekartennull) wurden im Lauf von zwei Jahrhunderten 15 Meter. Und das Ende des Peilstabs ist noch immer nicht erreicht. Wenn es nach den Betreibern des Hamburger Hafens geht, soll die Elbe im nächsten Schritt auf eine Sohltiefe von über 17 Metern ausgebaggert werden.

Wenn der Hopperbagger kommt …
Riesige Laderaumsaugbaggerschiffe, Hopperbagger genannt, werden dabei zum Einsatz kommen. Wie Staubsauger nehmen diese das Baggergut an der Gewässersohle mit einem Saugrohr auf und pumpen es in den Laderaum. Das Verfahren ist schnell, hat aber einen großen Nachteil: Wo der Hopperbagger saugt, bleiben tote Gewässerböden zurück. Ob Krebstiere, Würmer, Muscheln oder Schnecken – die Kleinlebewesen am Grund fallen dem Kahlschlag zum Opfer.
Zudem würde eine weitere Vertiefung das jetzt schon starke Ungleichgewicht zwischen Auf- und Abstrom weiter verstärken. Die Natur ist auf Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts gerichtet. Nach der letzten Vertiefung reagierte sie mit einem verstärkten Transport von Sedimenten. Die Folgen: drastische ökologische Belastungen und stark gestiegener Baggerungsaufwand mit hohen Kosten.

Die Strömung wird schneller, Flachwasserbereiche verlanden
Und damit nicht genug: Die höhere Geschwindigkeit der Tideströmung in der tieferen Fahrrinne greift die steiler abfallenden Ufer an. Um diese vor Abbrüchen zu schützen, werden naturnahe Uferlebensräume unter Stein- und Schottermassen verschüttet.
Durch erhöhte Sedimentation in den Seitenräumen und ein Absinken der Wasserstände bei Ebbe fallen außerdem ökologisch wertvolle Flachwasserbereiche trocken und verlanden.

Aktionsgemeinschaft
Lebendige Tideelbe

c/o BUND, NABU und WWF

Die Tideelbe - ein bedrohter Lebensraum
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